Sicherheitsdienst gründen: Was du wirklich brauchst
Ein Sicherheitsdienst startet nicht mit Logo und Visitenkarte, sondern mit Erlaubnis, Sachkunde, Unterlagen und Pflichtnachweis. Hier sortierst du die Reihenfolge.
Schnell-Übersicht
- Erlaubnis
- §34a GewO für das Bewachungsgewerbe
- Sachkunde
- IHK-Sachkundeprüfung oder anerkannter Nachweis
- Versicherung
- Haftpflichtnachweis nach §14 BewachV
- Zeitrahmen
- Realistisch oft 3-6 Monate mit Vorbereitung
- Kosten
- Grob ca. 500-2.000 € zum Start, je nach Weg
Was ist überhaupt ein Sicherheitsdienst?
Ein Sicherheitsdienst übernimmt Bewachungsaufgaben, also den Schutz von Leben oder Eigentum fremder Personen. Typische Felder sind Objektschutz, Veranstaltungsschutz, Revierdienst, Empfangsdienste mit Sicherheitsbezug oder besondere Kontrolltätigkeiten.
Wichtig ist die Abgrenzung: Du bist kein Amt und keine Polizei. Deine Befugnisse ergeben sich aus Jedermannrechten, Hausrecht und dem Auftrag.
Schritt 1 - Die §34a-Erlaubnis
Wer gewerbsmäßig Bewachungsleistungen anbieten will, braucht in der Regel eine Erlaubnis nach §34a GewO. Die Behörde prüft unter anderem Zuverlässigkeit, geordnete Verhältnisse, Sachkunde und Haftpflichtnachweis.
Zur §34a-ÜbersichtSchritt 2 - Die Sachkundeprüfung
Die Sachkundeprüfung ist häufig der Startpunkt, weil du sie für den Erlaubnisprozess brauchst. Plane Lernzeit, Prüfungstermin und mögliche Wartezeiten früh ein.
Sachkundeprüfung verstehenSchritt 3 - Die Haftpflichtversicherung
Der Haftpflichtnachweis ist kein Nebenthema. Ohne passenden Nachweis kann der Antrag hängen bleiben. Prüfe deshalb früh, ob die Police zu Bewachungsleistungen und §14 BewachV passt.
Haftpflichtnachweis prüfenSchritt 4 - Gewerbeanmeldung
Die Gewerbeanmeldung ist Teil des Starts, ersetzt aber nicht die §34a-Erlaubnis. Kläre mit deiner zuständigen Stelle, ob du sie vor, mit oder nach dem Erlaubnisantrag einreichen sollst.
Was kostet ein Sicherheitsdienst in der Gründung?
Die Zahlen sind grobe Orientierungswerte. Je nach Region, IHK, Behörde, Versicherer, Rechtsform und Vorbereitung können die Kosten abweichen.
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Sachkundeprüfung | ca. 150-250 € |
| Vorbereitung | ca. 0-600 € |
| Behörden-Gebühr | ca. 200-500 € |
| Haftpflicht p.a. | ca. 150-400 € |
| Gewerbeanmeldung | ca. 15-65 € |
| Gesamt | ca. 500-1.800 € |
Häufige Fehler bei der Gründung
- Sachkundeprüfung zu spät angehen
- Haftpflichtnachweis erst am Ende prüfen
- Falschen Versicherungsumfang wählen
- Vor Erlaubnis mit Bewachungsleistungen starten
- Unterlagen ohne Rücksprache mit der zuständigen Stelle sammeln
Häufige Fragen
Kann ich schon Kunden haben, bevor die Erlaubnis da ist?
Anbahnen und planen ist etwas anderes als erlaubnispflichtig tätig werden. Starte Bewachungsleistungen erst, wenn die erforderliche Erlaubnis vorliegt.
Brauche ich Mitarbeiter von Anfang an?
Nein. Du kannst klein starten, musst aber auch als Einzelunternehmer die Anforderungen an Erlaubnis, Sachkunde, Zuverlässigkeit und Versicherung erfüllen.
Wie viel kann ich mit einem Sicherheitsdienst verdienen?
Das hängt stark von Auftrag, Region, Personal, Stundensatz und Auslastung ab. Für Gründer ist zuerst wichtig, die Erlaubnis sauber vorzubereiten.
Muss ich die Haftpflicht schon vor dem Antrag haben?
Der Nachweis gehört regelmäßig in den Erlaubnisprozess. Kläre mit Versicherer und Behörde, welche Bestätigung du für den Antrag brauchst.
Vorbereitung statt Antragstellung
GründerPfad zeigt dir Orientierung. Wir beantragen keine Erlaubnis und ersetzen keine Prüfung durch die zuständige Behörde.
Stand: 27. Mai 2026. Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die Anforderungen deiner zuständigen Stelle.